Vorweg, damit du weißt, woran du bist: Wir sind eine Agentur, natürlich haben wir eine Meinung. Aber wir sagen dir auch ehrlich: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten völlig reicht. Dieser Artikel hilft dir herauszufinden, ob deiner dazugehört.
Wann ein Baukasten eine gute Wahl ist
- Du startest gerade und willst erst mal testen, ob deine Idee trägt.
- Deine Website ist eine digitale Visitenkarte: Adresse, Öffnungszeiten, Kontakt, mehr nicht.
- Du hast Zeit und Lust, dich selbst einzuarbeiten, und niemand erwartet einen repräsentativen Auftritt.
Die Grenzen, an die fast alle stoßen
1. Austauschbarkeit. Baukasten-Designs sehen aus wie Baukasten-Designs. Wenn dein Auftritt Vertrauen aufbauen soll, etwa weil deine Aufträge vierstellig und größer sind, wirkt Austauschbarkeit direkt gegen dich.
2. Auffindbarkeit. Bei Google gefunden zu werden braucht saubere Technik, durchdachte Struktur und echte Inhalte. Baukästen machen davon vieles möglich, aber nichts von selbst und einiges gar nicht.
3. Eigentum. Deine Baukasten-Website ist gemietet. Kündigst du, ist sie weg, mitsamt allem, was du aufgebaut hast. Umziehen kannst du sie nicht: Es gibt keinen Export, den eine andere Plattform versteht.
4. Die Kostenkurve. 30 € im Monat klingen harmlos. Über fünf Jahre sind das 1.800 €. Dazu deine eigene Arbeitszeit, die als Unternehmer selten unter 50 € die Stunde wert ist. Zwanzig Bastelabende später hat der „günstige“ Baukasten real vierstellig gekostet.
Ein Baukasten spart kein Geld. Er verschiebt die Kosten von der Rechnung in deine Abende.
Der Moment, in dem der Wechsel fällig ist
Unsere Faustregel: Sobald deine Website Kunden gewinnen soll, nicht nur existieren, lohnt sich der professionelle Auftritt. Typische Auslöser: Du bekommst Anfragen nur über Empfehlungen, aber nie über die Website. Mitbewerber ranken vor dir. Oder du schämst dich ein bisschen, den Link zu verschicken. Spätestens beim dritten Punkt wird es teuer, nichts zu tun.
Was der Umstieg bedeutet
Ein Wechsel vom Baukasten ist ein Neuaufbau, mitnehmen kannst du Texte und Bilder, mehr nicht. Klingt schmerzhaft, ist aber eine Chance: Struktur und Inhalte entstehen diesmal strategisch statt nach Bastellaune. Wie so ein Projekt abläuft, liest du in unserem Artikel über das Website-Projekt von A bis Z oder du fragst uns direkt: Erstgespräch kostenlos, ehrliche Einschätzung inklusive. Auch wenn sie „bleib beim Baukasten“ lautet.
Häufige Fragen
Kann ich meine Baukasten-Inhalte später mitnehmen?
Texte und Bilder ja, per Hand herauskopieren. Das Design, die Struktur und alle Einstellungen nicht: Baukästen haben bewusst keinen Export, der woanders funktioniert. Genau das ist Teil ihres Geschäftsmodells.
Verliere ich beim Umstieg meine Google-Platzierungen?
Nicht, wenn es richtig gemacht wird: Die neuen Seiten übernehmen die Themen der alten, und Weiterleitungen zeigen Google den Umzug. Bei Baukasten-Domains (deinname.wixsite.com) gibt es allerdings meist wenig zu verlieren, ein Grund mehr für die eigene Domain von Anfang an.
Was ist mit Wix Studio, Squarespace und den „Profi-Baukästen“?
Die sind gestalterisch besser als ihr Ruf, ändern aber nichts am Grundproblem: Miete statt Eigentum, Grenzen bei Technik und Auffindbarkeit, kein Umzug möglich. Für Portfolios okay, für wachstumsorientierte Unternehmen ein Kompromiss mit Ablaufdatum.